Auto fotografieren für den Verkauf: Bilder, denen Käufer vertrauen
Auf den Fotos entscheidet sich, ob Käufer deinem Inserat trauen und ein Ankäufer einen festen Preis nennen kann. So gelingt ein vollständiges, ehrliches Set.

Kurz erklärt
- Sauberes Auto, weiches Licht, ruhiger Hintergrund: Das zählt mehr als die Kamera.
- Ein vollständiges Set zeigt aussen, innen, Tacho, Pneus, Papiere und jeden Schaden.
- Im Inserat Kontrollschild abdecken und den Fahrzeugausweis weglassen.
Wer ein Auto fotografieren will, um es zu verkaufen, braucht keine teure Kamera, sondern ein sauberes Auto, weiches Licht und einen Plan. Die Bilder sind das Erste, was ein Käufer von deinem Auto sieht, und oft das Einzige, worauf ein Online-Ankäufer seinen Preis stützt. Fehlt eine Seite oder ist ein Schaden nur zu erahnen, rechnet jeder mit dem Schlimmsten.
Wie du das Inserat textest und auf welcher Plattform du es aufschaltest, steht im Ratgeber Auto inserieren in der Schweiz. Hier geht es um die Bilder selbst: Vorbereitung, Licht, die nötigen Aufnahmen, Handy-Einstellungen und Privatsphäre.
Vorbereitung: sauber, aber nichts beschönigen
Putzen ist keine Kosmetik. Erst auf sauberem Lack erkennt man, was ein Kratzer ist und was nur Schmutz.
- Aussen: waschen und trocknen, auch Felgen, Türfalze und Scheiben. Wassertropfen und Schlieren sehen auf Fotos aus wie Lackfehler.
- Innen: saugen, Armaturen abwischen, Scheiben von innen reinigen. Kindersitz, Handyhalter, Parkkarten und Abfall kommen raus.
- Kofferraum: ganz leeren, auch das Fach unter dem Ladeboden.
- Bereitlegen: alle Schlüssel, Serviceheft, Fahrzeugausweis, Rechnungen grösserer Arbeiten und den zweiten Radsatz.
- Kontrollschilder: für die Fotos eines öffentlichen Inserats abdecken, etwa mit einem Stück Karton. Warum, steht weiter unten.
Was du lassen solltest: Schäden kaschieren. Nass gemachter Lack, ein geschickt gewählter Schatten oder Politur über einer Roststelle fallen spätestens bei der Besichtigung auf, und dann ist das Vertrauen weg.
Ort, Licht und Perspektive
Der Ort: ruhig, eben und mit neutralem Hintergrund, etwa eine helle Wand oder ein leerer Parkplatz. Rund um das Auto brauchst du einige Schritte Abstand, damit es ganz ins Bild passt. Fremde Autos, Passanten und dein Hauseingang gehören nicht aufs Foto.
Das Licht: Am einfachsten lässt sich ein Auto fotografieren, wenn der Himmel bedeckt ist. Das Licht ist dann weich, der Lack spiegelt weniger, und es gibt keine harten Schatten. Bei Sonne fotografierst du am Morgen oder am späteren Nachmittag, mit der Sonne im Rücken. Mittagssonne, Dämmerung, Tiefgarage und Blitz machen jedes Auto schlechter, als es ist. Steht die Sonne ungünstig, drehst du das Auto und nicht dich: So haben alle Seiten dasselbe Licht.
Die Perspektive: Halte das Handy etwa auf Höhe der Türgriffe statt auf Augenhöhe, dann stimmen die Proportionen. Bleib für alle Aussenaufnahmen im gleichen Abstand, lass etwas Rand um das Auto und fotografiere im Querformat.
Tipp
Halte bei den Aussenaufnahmen eine feste Reihenfolge ein: vorne links beginnen und im Uhrzeigersinn weiter. So fehlt am Ende keine Ansicht.
Handy-Einstellungen und Format
Ein aktuelles Smartphone genügt. Wichtiger als das Gerät sind ein paar Einstellungen:
- Hauptkamera nutzen: Das Ultraweitwinkel verzerrt die Proportionen, der Digitalzoom kostet Schärfe. Geh lieber einen Schritt zurück oder näher heran.
- Linse putzen, Raster einblenden: Ein Fingerabdruck macht jedes Bild flau, das Raster hilft beim geraden Ausrichten.
- Kein Filter, kein Porträtmodus, kein Blitz: Die Farbe soll aussehen wie in Wirklichkeit.
- Volle Auflösung: Messenger verkleinern Bilder oft stark. Lade die Fotos direkt hoch oder verschick sie in Originalgrösse.
- Dateiformat: iPhones speichern Fotos in der Regel im platzsparenden Format HEIF. Nimmt ein Upload das nicht an, stellst du unter «Einstellungen», «Kamera», «Formate» auf «Maximale Kompatibilität» um, dann entstehen JPEG-Dateien.
Nachbearbeiten solltest du die Bilder nicht. AutoScout24 zum Beispiel lässt in seinen Insertionsregeln nur Originalbilder zu, die den tatsächlichen Zustand des Autos zeigen, und erlaubt abgesehen von einem neutralen virtuellen Hintergrund keine Bildbearbeitung.
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Auto fotografieren: die Aufnahmen für ein vollständiges Set
Ein vollständiges Set beantwortet die Fragen, die ein Käufer bei einer Besichtigung stellen würde. Arbeite dich von aussen nach innen vor.
Aussen
Vier Aufnahmen schräg von den Ecken, dazu Front, Heck und beide Seiten. So ist jede Blechpartie mindestens zweimal zu sehen, und niemand fragt sich, was auf der fehlenden Seite los ist. Bei Hagelschäden oder ausgebleichtem Lack gehört auch das Dach dazu.
Räder und Pneus
Fotografiere jede Felge einzeln, denn Randsteinschäden sitzen selten an allen vier. Dazu kommen das Profil in einer Nahaufnahme und die DOT-Nummer auf der Seitenwand des Pneus: Die letzten vier Ziffern nennen Herstellwoche und -jahr. Ein zweiter Radsatz bekommt eigene Bilder.
Innenraum, Tacho und Kofferraum
- Fahrersitz samt äusserer Sitzwange, wo sich die Abnutzung zuerst zeigt
- Cockpit als Ganzes, von der Rückbank aus fotografiert
- Lenkrad, Schalthebel und eingeschalteter Bildschirm
- Rückbank und Dachhimmel
- Tacho bei laufendem Motor: Der Kilometerstand muss lesbar sein, und leuchtet eine Warnlampe, gehört sie aufs Bild
- Kofferraum leer, dazu das Fach mit Reserverad oder Pannenset
Motorraum und Papiere
Vom Motorraum genügt eine Übersicht bei offener Haube. Bei den Papieren zählen die Stempelseiten des Servicehefts oder ein Ausdruck des digitalen Servicenachweises, der Bericht der letzten MFK, Rechnungen grösserer Arbeiten wie Zahnriemen oder Bremsen und alle Schlüssel nebeneinander. Beim Elektroauto kommen Ladeanschluss, Ladekabel und Batteriebericht dazu, mehr im Ratgeber Elektroauto verkaufen.
Schäden: immer zwei Bilder
Jeder Kratzer, jede Delle, jeder Steinschlag und jede Roststelle bekommt zwei Aufnahmen: eine aus ein bis zwei Metern, die zeigt, wo am Auto der Schaden sitzt, und eine Nahaufnahme mit Grössenvergleich, etwa einer Münze oder einem Doppelmeter. Das gilt auch innen, vom Brandloch bis zum Riss im Leder.
Dellen sind auf Fotos schwer zu sehen. Stell dich so hin, dass sich eine gerade Kante im Lack spiegelt, zum Beispiel eine Hauswand: Wo die Linie einen Knick macht, sitzt die Delle.
So kommen rasch 25 bis 30 Bilder zusammen. Erlaubt eine Plattform weniger, wählst du die aussagekräftigsten aus.

Was Vertrauen kostet und was es schafft
| Kostet Vertrauen | Schafft Vertrauen |
|---|---|
| nasses Auto, Fotos im Regen | trockenes Auto bei weichem Licht |
| eine Seite fehlt | alle acht Aussenansichten |
| Schaden nur im Text erwähnt | Überblick und Nahaufnahme |
| Warnlampe aus dem Bild geschnitten | ganzer Tacho bei laufendem Motor |
| Bilder vom letzten Sommer | aktuelle Bilder im heutigen Zustand |
| Katalogbild des Modells | nur das eigene Auto |
Offenheit schützt auch dich. Für Mängel, die der Käufer beim Kauf kannte, haftet der Verkäufer nach Art. 200 OR nicht, und ein Foto im Inserat oder Angebot hilft zu belegen, dass ein Schaden bekannt war. Umgekehrt ist ein Gewährleistungsausschluss ungültig, wenn ein Mangel arglistig verschwiegen wurde (Art. 199 OR). Halte bekannte Schäden zusätzlich im Kaufvertrag fest. Dieser Abschnitt informiert allgemein und ersetzt keine Rechtsberatung.
Privatsphäre: Was du abdeckst oder weglässt
Fotos zeigen mehr als das Auto. Diese Punkte solltest du im Griff haben:
- Kontrollschild: Die Kantone dürfen Name und Adresse der Fahrzeughalter veröffentlichen (Art. 89g Abs. 5 SVG). In vielen Kantonen lässt sich der Halter eines Schilds deshalb online oder per SMS abfragen, im Kanton Zürich etwa über den Autoindex, im Kanton St. Gallen über den eAutoindex. Ein lesbares Schild kann also zu deiner Adresse führen. Deck es ab. Zusätzlich kannst du deine Daten beim Strassenverkehrsamt kostenlos und ohne Begründung sperren lassen.
- Plattformregeln: AutoScout24 verlangt, dass auf den Fotos weder Kontrollschilder noch Adressen oder Telefonnummern zu sehen sind und erkennbare Gesichter unkenntlich gemacht werden.
- Fahrzeugausweis: Er nennt deinen Namen und deine Adresse und gehört nicht in ein öffentliches Inserat. AutoScout24 rät zudem, Ausweis- und Fahrzeugdokumente nie digital an angebliche Kaufinteressenten zu schicken, weil Betrüger sie missbrauchen können. Anders bei einem Ankäufer, den du selbst ausgewählt hast: Für die Bewertung braucht er die Fahrzeugdaten, etwa Typengenehmigung und erste Inverkehrsetzung. Name und Adresse kannst du abdecken, solange sie nicht ausdrücklich verlangt werden.
- Serviceheft und Rechnungen: Datum, Kilometerstand und Arbeiten sollen lesbar sein, Name, Adresse und Kundennummer nicht.
- Standortdaten: Ist die Ortung für die Kamera eingeschaltet, speichert das Handy die Koordinaten in jedem Foto. Schalte sie aus oder teile die Bilder ohne Standort.
- Spiegelungen: In Lack und Scheiben spiegeln sich gern du selbst, dein Haus oder ein fremdes Kontrollschild.
Tipp
Schick dir ein Testbild selbst und schau in den Bildinformationen nach, ob ein Standort gespeichert ist.
Fotos für ein festes Angebot
Ein Online-Ankäufer sieht dein Auto vor der Übergabe nicht. Was er für den Preis wissen muss, steht in deinen Angaben und auf deinen Bildern. So arbeitet auch verkaufedeinauto.ch: Du trägst die Fahrzeugdaten ins Formular ein, lädst die Fotos hoch und erhältst einen festen Preis. Er gilt bei der Übergabe, wenn das Auto so dasteht, wie du es beschrieben und fotografiert hast. Deshalb lohnt sich das vollständige Set mit allen Schäden: Was auf den Fotos zu sehen war, ist im Preis bereits berücksichtigt.
Welche Online-Wege es sonst gibt, zeigt der Vergleich Auto online verkaufen in der Schweiz. Sind deine Bilder bereit, kannst du hier dein kostenloses Angebot anfordern.
Häufige Fragen
Wie viele Fotos braucht es für den Autoverkauf?
So viele, dass keine Frage offenbleibt. Acht Aussenansichten, die vier Felgen, Profil und Alter der Pneus, fünf bis sechs Bilder vom Innenraum, Tacho, Kofferraum, Motorraum und die Papiere ergeben schon über 20 Aufnahmen. Dazu kommen zwei Bilder pro Schaden. Begrenzt die Plattform die Anzahl, wählst du die aussagekräftigsten aus.
Muss ich das Kontrollschild auf den Fotos abdecken?
In einem öffentlichen Inserat ja. In vielen Kantonen kann jede Person über das Kontrollschild Name und Adresse des Halters abfragen, sofern die Daten nicht gesperrt sind. AutoScout24 schreibt in seinen Insertionsregeln zudem vor, dass Kontrollschilder auf den Bildern nicht sichtbar sind. Deck die Schilder am besten schon beim Fotografieren ab. Schickst du die Bilder nur einem Ankäufer deiner Wahl, ist das Schild unkritisch.
Soll ich Kratzer und Dellen wirklich fotografieren?
Ja. Wer einen Schaden erst bei der Besichtigung entdeckt, fragt sich, was sonst noch verschwiegen wurde, und verhandelt entsprechend hart. Ein Schaden, der auf den Fotos klar zu sehen war, ist dagegen schon eingepreist. Rechtlich hilft es dir ebenfalls: Für Mängel, die der Käufer beim Kauf kannte, haftet der Verkäufer nach Art. 200 OR nicht. Fotografiere jeden Schaden einmal im Überblick und einmal aus der Nähe mit Grössenvergleich.
Reicht das Handy, oder brauche ich eine richtige Kamera?
Das Handy reicht. Nutze die Hauptkamera statt des Ultraweitwinkels, putz die Linse und verzichte auf Filter, Porträtmodus und Blitz. Lade die Bilder in voller Auflösung hoch, denn Messenger verkleinern sie oft stark. Nimmt ein Upload das iPhone-Format HEIF nicht an, stellst du die Kamera in den Einstellungen auf «Maximale Kompatibilität» um.
Darf ich den Fahrzeugausweis fotografieren und verschicken?
An einen Ankäufer oder Händler, den du selbst ausgewählt hast, ja: Er braucht die Fahrzeugdaten für die Bewertung. Name und Adresse kannst du abdecken, solange sie nicht ausdrücklich verlangt werden. In ein öffentliches Inserat gehört der Fahrzeugausweis nicht, und unbekannten Interessenten solltest du weder Ausweis- noch Fahrzeugdokumente digital schicken, weil Betrüger solche Kopien missbrauchen können. Das Original sieht der Käufer bei der Übergabe.
Quellen
- AutoScout24: Insertionsregeln (Fahrzeugbilder)
- AutoScout24: Sicherheitstipps für den Verkauf
- asa, Vereinigung der Strassenverkehrsämter: Halterabfragen und Art. 89g SVG
- Kanton Zürich: Autoindex und Sperrung der Halterdaten
- Fedlex: Obligationenrecht (OR), Art. 199 und 200
- Apple Support: HEIF- oder HEVC-Medien auf Apple-Geräten verwenden

